GESCHICHTLICHES

Imziswillre / Imiciswilare

DIE KELTEN

DAS JAHR

897

Die Kelten kannten unser Gebiet als sie sich auf dem Donnersberg häuslich einrichteten. Die Römer durchzogen unser Gelände und verschiedene germanische Volksstämme kamen wandernd durch die Gemark, ohne jedoch bleibende Spuren zu hinterlassen. Erst als die Franken nach neuen und fruchtbaren Gegenden suchten, die noch nicht besetzt waren, wurde eine Siedlung gegründet. Hier im mittleren Alsenztal entstand ein ländliches Gehöft, dem der erste Ansiedler mit Namen Imizo seinen Namen gab. Es entstand also der Weiler des Imizo oder Imiciswilare.

Die stetige Abschwächung des Namens, lässt die ursprünglichen vier Silben des Bestimmungswortes in eine einzige zusammenschrumpfen.

In einer Urkunde aus dem Jahre 897 werden vier Salgüter, die dem Bischof von Worms gehören, erwähnt und zwar:

Alzey, Schatthausen, Ilbesheim und Rockenhausen. Eigens werden die zu Rockenhausen gehörenden Weiler - nicht jedoch namentlich genannt. Zu diesen Weilern dürfte auch unser heutiges Imsweiler gehört haben.

Aber erst 1112 wird Imsweiler urkundlich erwähnt.

Die günstige Lage im mittleren Alsenztal war eine der Voraussetzungen zur Erbauung einer Höhenburg. Es folgten die Anlage eines Gutshofes mit Mühle zur Versorgung der Bevölkerung sowie die Errichtung eines Turms - vielleicht zu Wehrzwecken - und die Einrichtung einer kleinen Kapelle. So kamen auch Menschen in diesen Ort, die sich in der Nähe des Turmes und des Gutshofes häuslich niederließen.

DIE BURG

1112

An einer selten günstigen Stelle lag die Burg von Imsweiler. Heute Schänzchen genannt. Von der Höhe aus konnten die Zugänge von Schweisweiler (Kaiserslautern), Gundersweiler (Otterberg), Dörnbach (Reipoltskirchen) und Rockenhausen (Kreuznach-Alzey) bestens eingesehen und beobachtet werden. 

Diese uralte Burg gab dem Dorf Imsweiler Dasein und Namen, sie war eine der ältesten Burgen in unserem Raum und gehörte den Grafen von Luxemburg, welche sie an ihre Vasallen vergaben, die davon ihren Namen führten. So führt das Saalbuch der Abtei Eberbach im Jahre 1112 "Freier von Imziswilre" auf, der vermutlich der Vater jenes Gottfrieds von Imsziswilre war, der mit der Tochter Bertha des Mainzer Stadtkämmerers Embricho vermählt war. 

Da Gottfried kinderlos verstarb, fiel die Burg Imsweiler wieder an das luxemburgische Haus zurück. Auch andere entlehnten ihren Namen von der Burg wie Heinrich von Imziswilre um 1270 und 1429 Reinfried und Albrecht von Imziswilre, welche Burgmänner zu Alzey und Ruprechtseck waren. Schließlich belehnte Gräfin von Luxemburg im Jahre 1242 Werner den IV. von Bolanden mit dieser Burg.

Der Raugraf Heinrich Herr zu Neuenbaumburg sowie seine Erben Heinrich und Gottfried verkaufen 1333 die Hälfte der Burg und des Dorfes Imsweiler auf Wiedereinlösung an den Erzbischof Balduin zu Trier, und Philipp von Bolanden stattete seine Tochter Anna, als sie den Raugrafen Philipp von Alten- und Neuenbaumburg heiratete, mit drei Teilen daran aus. 

Der Raugraf wurde in einer Fehde mit dem Bischof Gerhard von Speyer besiegt. In den Sühneverhandlungen wurde vereinbart, dass der Raugraf die Burg dem Bischof überließ, jedoch wurden er und seine Erben sogleich wieder damit belehnt. 

Er öffnete sie 1369 - dem Reiche und Pfalzgrafen Rupprecht, der vor 1398 verstarb. Die Witwe Anna (geborene von Bolanden) war bereits Mitbesitzerin, versetzte 1409 dem König Rupprecht und seinen Erben Burg und Dorf Imsweiler unter der Bedingung, dass, wenn ihr Sohn Otto vor ihr sterbe, die Burg mit Zugehör der Pfalz verbleibe, sterbe sie jedoch vor ihm, dann solle er sie (die Burg usw.) lösen dürfen, wobei alle Aufwendungen verrechnet würden. Raugraf Otto verkaufte die Burg dem Pfalzgrafen Ludwig III. und die Hälfte von Imsweiler mit Zugehör um 100 Gulden und 10 Gulden jährlicher Gülten mit dem Vorbehalt der Wiederlösung. 

Zwei Jahre später verkaufte er mit Zustimmung seiner Gemahlin auch die andere Hälfte der Anlagen zum Preise von 20 Gulden und 40 Malter Korn.

Endlich - man nimmt an nach seiner Mutter Tod - im Jahre 1415 alles zusammen mit Vogteien, Gericht Mannen und allen Zugehörungen dem Pfalzgrafen Ludwig III. auf ewig zum Eigentume. Dieser übergab die Burg 1421 seinem Burggrafen zu Alzey, Werner von Albich mit der Auflage, in der Burg 400 Gulden zu verbauen, diese Summe jedoch zurückerstattet würde, wenn die Burg wieder zur Pfalz käme. 

Zehn Jahre später gab Werner von Albich einen Rechenschaftsbericht ab. Als im Jahre 1440 der Burggraf gestorben war, wird die Burg weider an die Kurpfalz zurückgefallen sein. Denn Kurfürst Friedrich I. kaufte dem Raugrafen Otto 1456 alle seine Besitzungen zum Preise von 4000 Gulden ab, wobei ausgemacht wurde, dass der Raugraf in der Burg Imsweiler wohnen könne (auf seine Kosten) und diese unterhalten müsse, nach seinem Tode falle das ganze Besitztum an die Pfalz zurück.

Friedrich I. gab 1420 Imsweiler nebst Rockenhausen Wirich von Dhaun und Oberstein auf Lebenszeit. Das Lehen scheint sodann an die Schmittburger, an die Fauste von Stromberg, an die Lewensteiner und endlich an die Flersheimer gekommen zu sein. 

Man nimmt an - geschichtliche Unterlagen liegen nicht vor - dass die Burg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von den Franzosen zerstört worden ist. Aber die Inhaber selbst oder die Dorfbewohner haben eine weit größere Zerstörung angerichtet, denn heute ist nicht einmal ein Stein der ehemaligen Mauerwerke zu finden. Selbst die Fundamente wurden aufgewühlt, sodass jetzt nur noch zwei senkrechte aufeinanderstoßende Gräben sichtbar sind. So gründlich wurde zerstört. 

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